Berliner TATORT:

Ein paar Worte nach Mitternacht

Zwölfter Fall für Nina Rubin und Robert Karow

Rubin und Karow befragen Maja Keller (Marie-Lou Sellem) und Michael Keller (Stefan Kurt), der seinen Vater tot auffand. | Bild: rbb/ARD Degeto/Stefan Erhard

 

Das klingt nach Zweitem Weltkrieg. Klaus Kellers Familienunternehmen steckte im Bau eines Holocaust-Dokumentationszentrums in Israel, Versöhnung lag ihm am Herzen. Waren es also Neonazis? Spielte Judenfeindlichkeit eine Rolle?

Fast wäre es ein Fall für den politischen Staatsschutz, aber eben nur fast. So machen sich Nina Rubin (Meret Becker) und Robert Karow (Mark Waschke) am kommenden Sonntagabend in ihrem zwölften Fall auf Verbrecherjagd. Zur Erinnerung: Kommissarin Rubin ist ein Wessi und jüdisch, ihr Kollege Karow ein Ossi mit Hang zur Arroganz und Direktheit: “Ah, persönlich betroffen?”, sagt er zu ihr am Tatort.

Schon bald stoßen sie auf die Verwerfungen in der Verwandtschaft: Beide Brüder hatten Jahrzehnte keinen Kontakt. Die Vergangenheit ragt ins Heute hinein. Es stellt sich die Schlüsselfrage vieler deutscher Familien: War Opa ein Nazi? Was wollte Klaus Keller auf der Feier zu seinem 90. Geburtstag beichten? Kann die Kellnerin im Stammlokal der Familie bei der Aufklärung helfen? Nach und nach rollt sich die Familiengeschichte auf, das Geheimnis der Brüder kommt zutage.

Der Krimi mit dem Titel “Ein paar Worte nach Mitternacht” ist interessant besetzt. Jörg Schüttauf, früher selbst “Tatort”-Kommissar in Frankfurt, spielt einen “völkischen” Politiker mit Druckereibetrieb, Stefan Kurt den Unternehmersohn, der in einer Villa mit Pool lebt. Randnotiz: Der ermordete Seniorchef im Film, Rolf Becker, ist der Vater von Meret Becker.

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